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Thema: Wärmepumpen
Deutliches Anziehen des Wärmepumpen-MarktesJe mehr sich der Einsatz von Wärmepumpen in Einfamilien-Häusern etabliert, desto mehr erweitern sich die Einsatzgebiete dieser Heiztechnik. Zunehmend wird auch in Gewerbe und Industrie Umgebungswärme zum Heizen und Kühlen genutzt. Der gesamte deutsche Heiztechnik-Markt ist 2007 um 30 Prozent eingebrochen. Doch der Absatz der Wärmepumpen-Branche erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um ein Prozent auf 45 300 Anlagen. „Mit dem leichten Plus konnte sich die Heiztechnik dem Investitionsstau auf dem Wärmemarkt widersetzen“, erklärte Paul Waning, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP), Mitte Februar in Berlin. Für das laufende Jahr rechnet der BWP „mit einer intensiven Belebung des deutschen Marktes“. Dazu soll auch das wachsende Geschäft mit Großwärmepumpen für Gewerbe und Industrie beitragen. Dabei handelt es sich um Aggregate mit mindestens 100 kW thermischer Einzelleistung oder um mehrere in Reihe geschaltete Wärmepumpen, die Umgebungswärme beziehungsweise jegliche Art von Abwärme zum Heizen und Kühlen nutzen. Eingesetzt werden die Anlagen beispielsweise in der Ernährungs-, Papier- oder chemischen Industrie. „Beim Einsatz industrieller Wärmepumpen bewegen wir uns weg vom klassischen Seriengeschäft und hin zum anspruchsvollen Projektgeschäft. Dabei arbeiten wir ausschließlich mit Planern und Projektierern zusammen, sowohl auf der Maschinenseite wie auch bei der Wärmequelle“, sagte BWP-Geschäftsführer Karl-Heinz Stawiarski im Juli gegenüber der Nürnberg-Messe GmbH. Der Fachverband und der Messeveranstalter kooperieren deshalb im Rahmen der „Chillventa 2008“, die vom 15. bis 17. Oktober in Nürnberg stattfindet. Branche profitiert vom MAPDie Wärmepumpen-Hersteller profitieren derzeit von den steigenden Preisen für Öl und Gas. Die positive Stimmung in der Branche liegt aber auch daran, dass das Bundesumweltministerium die Wärmepumpe im Dezember 2007 in das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien (MAP) aufgenommen hatte. Private Hausbesitzer und neuerdings auch Unternehmen erhalten über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) finanzielle Unterstützung bei der Installation von Wärmepumpen. „Die Industrie meldet seit Sommer 2008 ein deutliches Anziehen des Marktes. Die Hersteller von Wärmepumpen arbeiten zur Zeit mehrschichtig, teilweise muss man schon wieder mit Lieferzeiten rechnen“, teilte der BWP Mitte August mit. Zugenommen hätten nicht nur die Absätze der Wärmepumpe im Neubau, sondern auch deren Einsatz in Industrie- und Gewerbeobjekten. EEWärmeG soll Platz im Neubausektor sichernEinen weiteren Schub erhofft sich die Branche von dem 2009 in Kraft tretenden Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). „Mit dem neuen Wärmegesetz wird sich die Wärmepumpe im Neubausektor einen festen Platz als eines der innovativsten, kostengünstigsten und umweltfreundlichsten Heizungssysteme sichern“, betont Waning. Kombinationen mit erneuerbaren Energieträgern und klassischen Heizungssystemen seien mit der Wärmepumpe möglich, aber zur Erfüllung des Gesetzes nicht nötig. Als Schwachpunkt des EEWärmeG wertet der BWP, dass der Gebäudebestand nicht berücksichtigt wurde. „Der Erfolg von Wärmepumpen kleiner Leistung für Ein- und Mehrfamilien-Hauser führt jetzt auch zu einer stärkeren Nachfrage nach Groß-Wärmepumpen für gewerblich genutzte Gebäude“, heißt es bei der Zent-Frenger Gesellschaft für Gebäudetechnik mbH in Heppenheim. Von einem „überproportionalen Marktwachstum in Deutschland für Wärmepumpen mit hohen Leistungen“, geht Andreas Tilch, Mitglied der Geschäftsführung der Glen Dimplex Deutschland GmbH im oberfränkischen Kulmbach, aus. Im Trend lägen Groß-Wärmepumpen zur Beheizung und Kühlung von Verwaltungsgebäuden in Verbindung mit Betonkernaktivierung. „In der Industrie spielt die Abwärmenutzung zunehmend eine Rolle“, ergänzt Tilch. Exportquoten auf hohem NiveauAuch etablierte Heiztechnik-Hersteller stellen sich auf den Trend ein: Stiebel Eltron hat Anfang Juni mit dem zweiten Bauabschnitt der neuen Wärmepumpen-Produktion in Holzminden begonnen, um weitere Anlagentypen für den Weltmarkt herzustellen. Die Viessmann Werke GmbH in Allendorf hatte sich im April am Schweizer Wärmepumpen-Hersteller Kälte-Wärmetechnik AG (KWT) beteiligt, um künftig auch Wärmepumpen im Leistungsbereich über 1 MW anbieten zu können. Die Bosch-Gruppe übernahm bereits Ende Januar 2007 die US-amerikanische FHP Manufacturing Company in Fort Lauderdale, die Großwärmepumpen fertigen. „Geothermische Elektro-Wärmepumpen haben wegen ihrer energieeffizienten und umweltschonenden Technologie weltweit großes Potenzial“, begründete Joachim Berner, Vorsitzender des Bereichsvorstands der Bosch-Sparte Thermotechnik, damals die Akquisition. Dabei sind die Exportquoten der Wärmepumpen-Hersteller schon heute auf hohem Niveau. Die österreichische IDM-Energiesysteme GmbH liefert rund 75 % ihrer Produktion – immerhin 4 500 Anlagen pro Jahr - in 15 Länder. Hauptsächlich in die Nachbarmärkte Slowenien und Ungarn, aber auch nach Italien, Spanien und Großbritannien. Die Alpha-Innotec GmbH „exportiert inzwischen in rund 20 Länder“, sagt Norbert Blümig, der bei dem Kasendorfer Unternehmen für Marketing zuständig ist. Hauptmärkte seien Frankreich, Schweden, Holland und Polen. „70 Prozent Marktanteil in der Schweiz und sogar 90 Prozent in Schweden belegen das Zukunftspotenzial der Wärmepumpe“, heißt es dazu beim BWP. Hemmnisse im IndustrieeinsatzDem möglichen Zukunftspotenzial stehen nach Angaben des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart jedoch einige Hindernisse entgegen, die eine weitere Verbreitung von Wärmepumpen im industriellen Bereich verzögern könnten. „Bei den technisch bedingten Hemmnissen ist vor allem das bisher für viele Anwendungen zu geringe realisierbare Temperaturniveau der aktuellen Wärmepumpen von rund 75°C zu nennen“, heißt es im aktuellen Forschungsbericht „Industrielle Großwärmepumpen – Potenziale, Hemmnisse und Best-Practice Beispiele“. Auch die Nutzung der Abwärme zur Bereitstellung von Raumwärme scheitere bei bestehenden Industriegebäuden häufig an den zu geringen Vorlauftemperaturen der Wärmepumpen. „Aus dem Kontakt mit Unternehmen wurde deutlich, dass im industriellen Bereich weniger das Problem der fehlenden nutzbaren Abwärme vorherrscht, als eine sinnvolle Verwendung der realisierbaren Nutzwärme“, schreiben die IER-Forscher. Bei bestehenden Anlagen konkurrieren Wärmepumpen zudem mit bereits installierten Wärmeversorgungssystemen, die zum Teil sogar in der Lage sind, Wärme auch auf höherem Temperaturniveau (zum Beispiel für Dampf) bereitzustellen. Ebenso komme es in vielen Fällen zu Konkurrenzsituationen mit konventionellen Wärmerückgewinnungs-Techniken, „die im Regelfall kostengünstiger realisiert werden können“. Des Weiteren sei die Integration einer Wärmepumpenanlage in ein bestehendes System aufwändig und kostenintensiv. Schließlich stellt das IER fest, „dass ein großes Informations- und Erfahrungsdefizit bezüglich der Einsatzmöglichkeiten von Wärmepumpen im industriellen Bereich besteht. Der Wärmepumpenmarkt leidet heutzutage unter Informations-, Wahrnehmungs- und Erfahrungsmangel sowohl bei Endkunden als auch bei Installateuren und Ingenieuren.“ Für mehr Markttransparenz und Know-how soll nach dem Willen des BWP unter anderem die „Chillventa 2008“ sorgen. Die internationale Fachmesse für Kälte, Raumluft und Wärmepumpen bietet in diesem Jahr ein so genanntes „Industrial Heat Pump Village“. In einem gekennzeichneten Bereich der Messehallen wollen Anlagenhersteller und Komponentenlieferanten gezielt Wissenslücken in Bezug auf Wärmepumpen füllen, die in Gewerbe und Industrie eingesetzt werden.
Firmensitz Heizleistung der Wärmepumpen (in kW) Homepage
Alpha-Innotec GmbH Kasendorf 6 - 160 www.alpha-innotec.de Bosch Thermotechnik GmbH Wetzlar 2 - 220 www.bosch-thermotechnik.de Climaveneta Bassano del Grappa (I) keine Angaben www.climaveneta.it Danfoss AG Offenbach 4 - 2 000 www.danfoss.com Friotherm AG Winterthur (CH) 3 000 - 18 000 www.friotherm.com Glen Dimplex Deutschland GmbH Kulmbach 30 - 130 www.dimplex.de
Hautec GmbH Bedburg-Hau 4 - 94 www.hautec.de IDM-Energiesysteme GmbH Matrei (A) 5 - 300 www.idm-energie.com Johnson Controls Systems & Service GmbH Essen bis 5 000 www.york.de Kapag Kälte-Wärme AG Zumikon (CH) 5 - 800 www.kapag.ch Max Weishaupt GmbH Schwendi 5 - 130 www.weishaupt.de Ochsner Wärmepumpen GmbH Haag (A) 100 - 1 000 www.ochsner.at Robur GmbH Friedrichshafen keine Angaben www.robur.com Stiebel Eltron GmbH Holzminden 20 - 66 www.stiebel-eltron.de Viessmann Werke GmbH Allendorf bis 1 000 www.viessmann.de Waterkotte Wärmepumpen GmbH Herne 485 - 1 500 www.waterkotte.de Zent-Frenger Gesellschaft für Gebäudetechnik mbH Heppenheim 30 - 1 490 www.zent-frenger.de
Autor: Michael Pecka |
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