Sitemap
Seite durchsuchen
Seite drucken
powernews.org kostenlos testen!
Einloggen in powernews.org
HomeEnergie News | Energie NachrichtenSpotchartsVertriebs-MonitoreE&M Power-LinksFree ArchiveGlossarE&M-SchnupperkursPayPerNewsProfilPublikationenStudienShopDienstleistungenMediadatenKontaktImpressummyE&MStellenmarktTermine / enerCAL
HomeEnergie News | Energie NachrichtenSpotchartsVertriebs-MonitoreE&M Power-LinksFree ArchiveGlossarE&M-SchnupperkursPayPerNewsProfilPublikationenStudienShopDienstleistungenMediadatenKontaktImpressummyE&MStellenmarktTermine / enerCAL
Finden Sie alle Inhalte aus
E&M / powernews.org

Thema: Stadtwerke/Erneuerbare Energie

 

Wachsendes Interesse an erneuerbaren Energien

Deutsche Energieversorger setzen verstärkt auf erneuerbare Energien zur Strom- und Wärmeerzeugung. Ihr Fokus liegt dabei auf den Bioenergien sowie der Photovoltaik und der Windkraft.

Dieses Ergebnis brachte eine Umfrage, die E&M Ende März an 504 deutsche Energieversorger verschickt hat. Insgesamt 73 Unternehmen – vom kleinen Stadtwerk bis zum Regionalversorger – gaben Auskunft darüber, welche Formen der erneuerbarer Energien bereits heute genutzt und in welche künftig investiert werden. Zudem erklärten die Unternehmen, welchen Anteil die Ökoenergien bis 2020 an der Eigenerzeugung in ihrem Haus einnehmen sollen.

26 % der Umfrage-Teilnehmer streben bis 2020 einen Öko-Anteil an der Strom- und Wärmeproduktion von 30 Prozent und mehr an. 38 % wollen bis 2020 den Anteil erneuerbarer Energien an der Eigenerzeugung auf 20 % steigern und damit die Ziele der EU-Kommission sowie der Bundesregierung erfüllen. Mit einem Erneuerbaren-Anteil von wenigstens 10 % rechnen 36 %.

Einen Sonderfall in der E&M-Umfrage stellen die Stadtwerke Neustadt an der Donau dar. „Wir nutzen bislang keine erneuerbaren Energien und es ist derzeit auch nicht geplant, Beteiligungen einzugehen oder eigene Anlagen zu errichten“, sagte Uwe Backhaus, Werkleiter der Stadtwerke Neustadt, auf Nachfrage von E&M. Backhaus hatte der niederbayerischen Kommune, die alleiniger Eigentümer der Stadtwerke ist, zwar den Bau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen vorgeschlagen, dafür jedoch keine Mehrheiten gefunden.

„Wir haben festgestellt, dass das Interesse der kommunalen Energieversorger, sich im Bereich der erneuerbaren Energien zu engagieren, in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen ist“, sagte Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) mit Sitz in Köln, gegenüber E&M. Nach Erhebungen des VKU betreiben rund 50 Prozent der kommunalen Stromversorger mindestens eine Anlage, die im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes gefördert wird. „Wir begrüßen diese Entwicklung sehr, da sie die Eigenständigkeit der Stadtwerke stärkt“, ergänzte Vera Litzka, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) im VKU.

Stadtwerke stärken ihre Eigenständigkeit

Ziel der Versorger im Bereich der erneuerbaren Energien ist, mit einer höheren Eigenerzeugung die Flexibilität in der Beschaffung zu erhöhen. Zudem besteht die Möglichkeit, die durch sinkende Netzentgelte entstandenen Verluste zu kompensieren. „Die Eigenerzeugung auszubauen ist aber schon allein deshalb notwendig, um die enormen Abhängigkeiten von Vorlieferanten sowie von Energieimporten zu mindern“, betonte Eurosolar-Geschäftsführerin Irm Pontenagel, die Mitte Mai in Braunschweig die Konferenz „Stadtwerke mit erneuerbaren Energien“ veranstaltet. Darüber hinaus erkennen kommunale Unternehmen laut Pontenagel zunehmend, dass sie eine „Verantwortung vor Ort“ haben und sich um die Interessen ihrer Kunden kümmern müssen.


Diesen Pfad hat offenbar auch die Stadtwerke Mosbach GmbH eingeschlagen. Der baden-württembergische Kommunalversorger hat die Versorgung seiner Kunden zum Nulltarif auf Ökostrom auf Basis von RECS-Zertifikaten umgestellt und will seine Kapazitäten an erneuerbaren Energien in den kommenden Jahren auf 30 % verdoppeln, so Ralf Winkler, technischer Geschäftsführer in Mosbach. Die Stadtwerke nutzen bereits Wind- und Wasserkraft und verwerten Biogas, das von einer landwirtschaftlichen Vergärungsanlage bezogen wird. Zudem wurde in eine Photovoltaikanlage investiert, die mit einer solarthermischen Anlage kombiniert ist. „Damit ersetzen wir letztlich aber nur Erdgas zur Wärmeerzeugung, denn wirtschaftlich kommt beim Betrieb der Kombianlage gerade mal eine schwarze Null heraus“, so Winkler. Der eigentliche Kapazitätszuwachs soll mit Bioenergien erfolgen, dafür sprachen sich auch die Kunden in einer Studie der Stadtwerke aus, erklärte Winkler: „Da wir in einer waldreichen Region leben, soll der künftige Zubau über Bioenergien geschafft werden.“

Insgesamt 48 % der Unternehmen, die an der E&M-Umfrage teilnahmen, wollen in Energie-Projekte mit fester Biomasse investieren. Insgesamt 55 Prozent wollen in Zukunft auf Biogas setzen. Diese Strategie hält Pontenagel für richtig, denn „wir brauchen in Deutschland eine Vielzahl an dezentralen Erzeugungsanlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung, die auch die regionale Wertschöpfung sichern“.


Beim VKU sieht man nicht nur einen Trend hin zur Nutzung von Bioenergien, sondern auch zur Beteiligung von Stadtwerken an Offshore-Windparks. Dem Beispiel der Stadtwerke München GmbH, die in Kooperation mit der Oldenburger EWE AG beim dem Nordsee-Windpark „Borkum Riffgat“ einsteigt, dürften bald mehrere Unternehmen folgen, heißt es bei der ASEW. Litzka erwartet ohnehin, dass Stadtwerke in Zukunft häufiger Bündnisse eingehen, um Großprojekte stemmen und dabei Kosten sparen zu können.

Bündnisse für Großprojekte

Die Mehrheit der Energieversorger (58 %) gab in der E&M-Umfrage an, künftig in Photovoltaikanlagen zu investieren, 27 % wollen auch Solarthermie einbeziehen.

Pontenagel ist optimistisch dass, „solarthermische Anlagen bei Nahwärme-Konzepten künftig an Bedeutung gewinnen werden“. Mit Blick auf die Stadtwerke Karlsruhe verweist die Geschäftsführerin von Eurosolar darauf, dass Photovoltaik nicht nur gut für das grüne Image ist. Zum Jahresende 2007 waren in Karlsruhe etwa 370 Solarstromanlagen mit insgesamt rund 3,8 MW Spitzenleistung am Netz. Dazu zählt auch ein solares Beteiligungsprojekt mit 170 Bürgern.


Laut der E&M-Umfrage werden Energieversorger bis 2020 auch neue Projekte im Bereich der Wasserkraft (26 %) sowie der Geothermie (21 %) vorantreiben. „Abhängig von den geologischen Bedingungen vor Ort, werden die Energieversorger vermehrt oberflächennahe Erdwärme oder Tiefengeothermie zur Nahwärmeversorgung einsetzen“, so Pontenagel. Bei der Wasserkraft gebe es noch große Potenziale im kleinen Leistungsbereich.

Autor: Michael Pecka

Tags

  • Stadtwerke
  • Erneuerbare Energien
  • Photovoltaikanlagen
  • Bioenergien
  • Windparks
  • Energieversorger








Der Energieblog