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Thema: Photovoltaik/Solarenergie/SonnenenergiePhase des zunehmenden WettbewerbsTrotz der Weltwirtschaftskrise und des zunehmenden Wettbewerbs blickt die deutsche Solarbranche weiter optimistisch in die Zukunft. „Viele Unternehmen sehen nach einem holprigen Jahresauftakt wieder Licht am Ende des Tunnels“, sagte Carsten Körnig zum Auftakt der internationalen Fachmesse Intersolar, die vom 27. bis 29. Mai in München stattfand. Der Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) war bemüht, gute Stimmung zu verbreiten: „Wir rechnen damit, die guten Vorjahreszahlen 2009 wieder erreichen, vielleicht sogar leicht übertreffen zu können“. Das dürfte im Solarthermie-Geschäft kein Problem sein: Die Branche zählte zu den wenigen Wirtschaftszweigen, die im ersten Quartal 2009 ein Wachstum verzeichnen konnte. „Der Absatz von Solarheizungen lag in den ersten vier Monaten dieses Jahres rund zehn Prozent über dem Vorjahreszeitraum“, berichtete Georg Salvamoser. Der BSW-Präsident sieht diesen Trend unter anderem als Folge der „Abwrackprämie“ für Altheizungen. Beim Austausch eines alten Heizkessels gegen einen neuen solarunterstützten Brennwert- oder Pelletskessel erhalten Eigenheimbesitzer im Rahmen des Marktanreizprogramms für erneuerbare Energien (MAP) je nach Größe der Anlage einen Investitionskostenzuschuss von maximal 3 800 Euro. Zum positiven Marktumfeld trage zudem das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz bei, das seit Januar im Neubau-Segment verbindliche Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau der regenerativen Wärme schaffe. Wachstumsprognose von etwa 10 ProzentAber auch die Photovoltaik-Industrie dürfte ihre selbst gesteckten Ziele erreichen. Nach BSW-Angaben wurden 2008 in Deutschland Solarstromanlagen mit einer gesamten Spitzenleistung von rund 1 500 MW ans Netz genommen, 35 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Umsatz der Branche mit etwa 48 000 Beschäftigten – die inzwischen eine Exportquote von 46 Prozent vorweisen kann - lag bei rund 7 Mrd. Euro. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden laut Markus Hoehner, CEO des Bonner Marktforschungsinstituts EuPD Research, bundesweit Anlagen mit 250 bis 300 MW Spitzenleistung installiert: „Damit rechnen wir mit einem Zubau von 1,5 bis 2 GW für das gesamte Jahr und einem Wachstum von etwa 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr“. Endverbraucherpreise um 15 Prozent gesunkenObwohl der deutsche Photovoltaik-Markt weiter wächst, „hat sich das erste Halbjahr als Horrorszenario entpuppt“, kommentierte Salvamoser die Entwicklung. Denn während die Einspeisevergütung für Solarstrom Anfang 2009 im Rahmen der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes um etwa 9 Prozent gesenkt wurde, fielen die Preise für Photovoltaiksysteme um etwa 15 Prozent. Nach BSW-Angaben liegt der durchschnittliche Endkundenpreis für Anlagen unter 100 kW derzeit bei 3 620 Euro/kW - und damit so niedrig wie nie zuvor. Den überdurchschnittlichen Preisrückgang der vergangenen Wochen bewertet der BSW als „Einmaleffekt in Folge der Finanzkrise, saisonaler Auswirkungen und einem temporären Überangebot“. Neben dem langen Winter in Deutschland habe sich auch der Einbruch des spanischen Marktes - durch die Deckelung der Zubaurate - negativ auf die Geschäftslage ausgewirkt. Viele Unternehmen sprachen auf der Intersolar zudem von verschlechterten Finanzierungskonditionen bei Großprojekten oder Expansionen aufgrund der Weltwirtschaftskrise.
Deutschland bis 2011 der wichtigste AbsatzmarktTrotz der zuletzt gesunkenen Margen blickt der Branchenverband optimistisch in die Zukunft. Ursachen dafür sind „ein nahezu ungebrochenes Verbraucherinteresse sowie eine Vielzahl neu geplanter Förderprogramme in immer mehr Ländern“, sagte Körnig. Der internationale Solarmarkt werde zwar erst 2010 wieder spürbar anziehen – damit seien jedoch gewaltige Exportpotenziale für die deutsche Solarwirtschaft verbunden. Laut EuPD Research bleibt Deutschland zwar 2009/2010 - noch vor den USA - der wichtigste Absatzmarkt. Erst nach 2012 dürften die USA und Kanada Deutschland als weltweit wichtigsten Photovoltaik-Marktplatz ablösen. Dieser Prognose folgt unter anderem auch die Solar-Fabrik AG. „Wir sind dabei, uns auf den nordamerikanischen Markt vorzubereiten“, so Weinberger. Trotz der Zuversicht beim Absatz sieht der BSW auch dunkle Wolken über dem deutschen Photovoltaik-Himmel aufziehen. „Wir erleben eine Phase des zunehmenden Wettbewerbs, in der es auch Insolvenzen geben wird“, sagte Körnig. Aufgeschreckt wurde die Branche unter anderem von der Sunline AG, die Ende Mai Insolvenzantrag gestellt hatte. Dem Fürther Projektentwickler droht „aufgrund von Schwierigkeiten im ausländischen Projektgeschäft und den hieraus resultierenden Verlusten und Risiken“ die Zahlungsunfähigkeit. Offenbar hatten Gläubiger ihre Kreditlinien für große Photovoltaikprojekte in Spanien nicht verlängert. Das Geschäft dürfte künftig aber nicht nur im Projektgeschäft schwieriger werden. Der Wettbewerb wächst auch unter den Herstellern. Denn nicht nur die deutschen, sondern besonders chinesische Zell- und Modulproduzenten – die für ihre aggressive Preispolitik gefürchtet sind - haben ihre Fertigungskapazitäten in der Vergangenheit stark ausgebaut und drängen auf den Markt. Zudem betreten immer neue Player das Spielfeld. In München kündigte unter anderem die ENN Solar Energy an, künftig Dünnschichtmodule in Deutschland zu vertreiben. Die Tochtergesellschaft des größten privaten Energieversorgers in China, der ENN Group, hat in Langfang bei Peking eine Produktion mit 60 MW Jahreskapazität aufgebaut, in der ab Ende Juni Module mit der so genannten Tandem-Junction-Technik hergestellt werden sollen. „Bis zum Jahr 2011 planen wir, die Kapazität auf 500 MW zu erweitern, abhängig von der weiteren Marktentwicklung“, sagte Rick Wan, General Manager von ENN Solar. Ziel ist, „den Wirkungsgrad innerhalb der nächsten drei Jahre über 10 Prozent zu heben. Gleichzeitig werden wir die Kosten der Solarmodule um mindestens 30 Prozent im Vergleich zum aktuellen Niveau senken“, so Wan. Konkurrenz aus Fernost bei der PhotovoltaikDass die deutsche Branche mit wachsender Konkurrenz – auch aus dem Ausland - rechnen muss, betonte auch Heinz Kundert. Der Präsident des europäischen Halbleiterverbandes SEMI - einige der im Photovoltaik-Geschäft aktiven Mitgliedsunternehmen präsentierten sich erstmals in einer eigenen Halle auf der Intersolar - befürchtet, die Zell- und Modulproduzenten könne das gleiche Schicksal treffen wie vor einigen Jahren die Display-Hersteller. „Die Technologie für Flachbildschirme, wie wir sie heute in fast jedem Haushalt haben, wurde zu 90 Prozent in Deutschland entwickelt. Heute kommen sie größtenteils aus Fernost.“ Diese Entwicklung gelte es bei der Photovoltaik zu vermeiden. Denn noch ist die deutsche Solarindustrie laut Salvamoser „führend mit ihrer Innovationskraft“. Zur Intersolar:„Nach einem bereits äußerst erfolgreichen Auftakt in München 2008 freuen wir uns, dass das Interesse bei Ausstellern und Besuchern von Jahr zu Jahr deutlich ansteigt“, kommentierte Klaus W. Seilnacht, Geschäftsführer der Freiburger Wirtschaft Touristik und Messe GmbH (FWTM), die Entwicklung der Intersolar 2009. Die Zahl der Aussteller erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 31 Prozent auf 1 417, die Ausstellungsfläche legte um 37 Prozent auf 104 000 m2 zu. Die Unternehmen, die sich in neun Messehallen und auf dem Freigelände der Neuen Messe München präsentierten, stammten den Angaben zufolge aus 40 Ländern – darunter etwa 200 Firmen allein aus China. Angelockt wurden von der „weltweit größten Fachmesse für Solartechnik“ zudem rund 60 000 Besuchern aus 150 Nationen. An den insgesamt 22 Kongressveranstaltungen nahmen nach Angaben der Veranstalter etwa 2 000 Menschen teil. Autor: Michael Pecka |
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