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Gas-Hubs

Mehr Umsatz an den europäischen Gas-Hubs

Der britische National Balancing Point (NBP) liegt mit einem Umsatz von 10,7 Mrd. MWh unangefochten auf Platz 1 – doch die kontinental-europäischen Hubs holen auf. Nach der niederländischen Title Transfer Facility (TTF) mit einem jährlichen Handelsvolumen von 564,2 Mio. MWh folgt der belgischen Hub Zeebrügge mit einem Umsatz von 505,6 Mio. MWh.

Der Betreiber Huberator will eigenen Angaben zufolge in den kommenden Jahren verstärkt die neu gebauten Transportleitungen und Speicheranlagen des belgischen Netz- und Speicherbetreibers Fluxys über die Plattform vermarkten. Die Zusammenarbeit mit der APX-Endex soll fortgeführt werden, weitere Kooperationen sind bisher nicht geplant. Aus dem Zusammenschluss des deutschen Gasmarktes zu einem Gebiet sollte nach Ansicht von Huberator ein Preisindex entstehen, der mit dem britischen NBP-Gaspreisindex vergleichbar ist und für andere kontinental-europäische Märkte einen Referenzwert darstellen könnte.

Der erste deutsche Hub, der Virtuelle Handelspunkt der Marktgebietskooperation NetConnect Germany (NCG), errang mit einem Volumen von 250 Mio. MWh im Jahr 2008 den undankbaren vierten Platz im Umsatz-Ranking. Mit der Erweiterung der Marktgebietskooperation um die Netzgebiete von GRTgaz Deutschland, GVS Netz und Eni Gastransport Deutschland sowie der teilweisen Beschaffung von Regelenergie über die Leipziger Energiebörse European Energy Exchange (EEX) konnte die Liquidität am Virtuellen Handelspunkt gesteigert werden, erklärte ein NCG-Sprecher. Der Handelsplatz soll durch eine Vergrößerung des Marktgebietes weiter gestärkt werden. Der Gashandel an sich wird künftig auf einige wenige Handelsplätze fokussiert sein. Dabei wird die Abwicklung von Geschäften Over-the-Counter (OTC) und über die Börse parallel bestehen bleiben.

Spanien will aufholen

Nach Ansicht des französischen Netzbetreibers GRTgaz hat sich der heimische Gasmarkt im vergangenen Jahr rasant verändert. Als Betreiber des Gasnetzes im Norden des Landes will GRTgaz mit dem Ausbau des Pipelinesystems die physische Liquidität und die Transportmöglichkeiten erhöhen. Im Januar 2009 wurden die drei Handelszonen von GRTgaz zu einer Zone zusammengeführt, was zu einer Steigerung des Handelsvolumens geführt hat. Mit der Verbindung zum französischen Gasnetz des Betreibers Tigf im Süden des Landes und dem Anschluss an den spanischen Markt ist der Hub PEG Nord nach Einschätzung von GRTgaz einer der attraktivsten in Europa.

Noch recht übersichtlich sind die Handelsaktivitäten am spanischen Centro de Gravedad des Betreibers Enagas. Mit 24 Marktteilnehmern und einem Handelsvolumen von 56,8 Mio. MWh im Jahr 2008 ist der der Hub den Umsätzen nach der „kleinste“ in Europa. Ein Wachstumspotenzial ist nach Ansicht von Enagas wegen der günstigen strategischen Lage durchaus vorhanden. Dafür sei aber ein Ausbau der Verbindungsleitungen nach Frankreich notwendig.

Lediglich am österreichischen Hub Baumgarten fiel das Volumen im vergangenen Jahr, nämlich auf 123,4 Mio. MWh. Der Start der Gasbörse „CEGH Gas Exchange der Wiener Börse“ am 11. Dezember soll nach Angaben des Betreibers Central European Gas Hub (CEGH) die Attraktivität und vor allem die Liquidität im Kurz- und Langfristhandel auch am Hub steigern. Die operative Abwicklung der Geschäfte wird durch die Zusammenführung aller Handelspunkte in Baumgarten in eine „Integrated Trading Area“ (ITAB) vereinfacht. Dem Gashandelsplatz kommt als östlichster in Europa eine besondere Position zu. Für Händler eröffnen sich neue wirtschaftliche Möglichkeiten in Süd- und Südosteuropa. Durch die Ermittlung von marktgerechten Preisindizes, unabhängig von der Ölpreisbindung, wird der Gashandel am Hub an Bedeutung gewinnen. Das mittelfristige Ziel der CEGH ist es, auf Basis der Partnerschaft mit Gazprom und der geografischen Lage der bedeutendste Handelsplatz in Kontinentaleuropa zu werden.

Marlen Ristola









Der Energieblog