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Thema: Erdwärme
Kalina-Prozess im Dauerbetrieb
Anfang Februar wurde im bayerischen Unterhaching erstmals Strom mit Erdwärme erzeugt - dabei wird das geförderte Thermalwasser schon seit Mitte 2007 zur Fernwärmeversorgung genutzt.
„Die Kalina-Anlage läuft seit Mitte April im Dauerbetrieb“, sagte Gerlinde Kittl, Geschäftsführerin der Geothermie Unterhaching GmbH, powernews.org. Bislang war die Anlage mit 3,36 MW elektrischer Leistung nur im Mai vergangenen Jahres kurzzeitig im Betrieb. Nach Angaben des Siemens-Bereichs Industrial Solutions and Servises (I&S) in Erlangen, der im November 2005 den Auftrag für den Kraftwerksteil des Unterhachinger Geothermie-Heizkraftwerkes erhielt, führten technische Probleme am Wärmetauscher-Kreislauf zu den Verzögerungen.
Inzwischen läuft der Kalina-Prozess, bei dem statt Wasser ein Ammoniak-Wasser-Gemisch verdampft wird. „Wir sind froh, nach der langen Test- und Optimierungsphase im vergangenen Jahr nunmehr eine zuverlässige Anlage übergeben zu können“, betonte Sameer Joshi, geschäftsverantwortlicher Manager bei der Siemens AG. Allerdings steht die Stromerzeugungsanlage bislang nur mit 2 MW elektrischer Leistung zur Verfügung. Ursache dafür ist die begrenzte Leistung der Thermalwasserpumpe, die stündlich rund 100 l Wasser mit einer Temperatur von 122 Grad Celsius aus 3 300 m Tiefe an die Oberfläche fördert. „Wir werden im Sommer dieses Jahres die Thermalwasser-Förderung durch eine leistungsstärkere Pumpe deutlich erhöhen und uns damit in den Zielkorridor bewegen“, kündigte Wolfgang Geisinger, Geschäftsführer der Geothermie Unterhaching GmbH, an. Die zur Verfügung stehende Thermalwassermenge werde auch dann vorrangig für die Fernwärmeversorgung genutzt. Der Prozessablauf wurde laut Geisinger von Siemens I&S so optimiert, dass sich die Stromproduktion im Minutentakt an den Fernwärmebedarf anpasst.
Zunächst nur 2 statt 3,36 MW Leistung
Dass die Stromerzeugung bislang ausblieb, und damit auch die Einspeisevergütung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), kann die Betreibergesellschaft offenbar verkraften. „Durch die erhöhte Einspeisevergütung und den weiteren Ausbau der Fernwärme rechnen wir damit, dass wir den wirtschaftlichen Verlust wieder ausgleichen können“, erklärte Kittl. Weil die Anlage erst in diesem Jahr die Stromproduktion aufnahm, profitiert die Geothermie Unterhaching GmbH von der EEG-Novelle. Denn durch die Gesetzesänderung erhöhte sich der Einspeisetarif von ehemals 15 auf nunmehr 23 Cent/kWh. Zudem schreitet der Fernwärmeausbau nach Aussage von Kittl weiter voran: „Zum Jahresende 2008 hatten wir private, öffentliche und gewerbliche Wärmeverbraucher mit einer thermischen Anschlussleistung von 30,4 Megawatt unter Vertrag.“
Mit der Entscheidung für eine leistungsstärkere Förderpumpe wurden die kostenintensiven Pläne für die so genannte Dubletten-Umkehr aufgegeben. Da in der Schluckbohrung in Unterhaching ein etwas höheres Temperaturniveau herrscht, als in der Förderbohrung, hätte durch die Umkehrung der Dubletten zusätzliche Erdwärme-Leistung erschlossen werden können.
Autor: Michael Pecka
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