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Thema: Energiekosten - Erneuerbare Energien -  Strompreise

 

Erneuerbare halten den Strompreis niedrig

Laut einer aktuellen Studie der Agentur für Erneuerbare Energien in Berlin steigt der volkswirtschaftliche Nutzen der Regenerativen immer weiter, während die Mehrkosten sinken.


Die Studie „Stromversorgung 2020 − Wege in eine moderne Energiewirtschaft“ zeigt, „dass ein Großteil des Stroms aus erneuerbaren Energien bereits in wenigen Jahren wettbewerbsfähig ist“, sagte Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, am 26. März. Demnach werden die Beiträge zur gesamtwirtschaftlichen Entlastung die direkten gesamtwirtschaftlichen Kosten des Ausbaus der erneuerbaren Energien im Stromsektor künftig bei weitem überwiegen.


Die Summe dieser Differenzkosten erreicht unter den Annahmen der Branchenprognose im Jahr 2013 mit 5,6 Mrd. Euro ihren höchsten Stand und sinkt bis 2020 auf 2,4 Mrd. Euro. Analog dazu steigt die durchschnittliche EEG-Umlage bis 2013 auf einen maximalen Wert von 1,4 Cent/kWh und geht bis 2020 auf 0,6 Cent/kWh zurück. „Im angenommenen Preispfad verbleibt damit für Haushaltsstromkunden der Anteil der EEG-Umlage am gesamten Strompreis bis 2013 bei rund 5 Prozent und sinkt bis 2020 auf nur noch 2 Prozent ab“, heißt es in dem Gutachten, das vom Ingenieurbüro für neue Energien (IfnE) erstellt wurde.


Der Trend zu deutlich steigenden Großhandelspreisen führe zudem dazu, dass künftig immer mehr Anlagenbetreiber ihren Vergütungsanspruch nicht mehr geltend machen, da sie ihre Stromproduktion außerhalb des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu höheren Preisen verkaufen können. Darüber hinaus helfen die Erneuerbaren, die Kosten für Umwelt- und Klimaschäden in Zaum zu halten. Laut der Studie steigt die Kohlendioxid-Vermeidung durch erneuerbare Energien im Stromsektor von 75 Mio. t im Jahr 2007 auf über 200 Mio. t bis 2020. Neben der teilweisen Einpreisung der Klimafolgekosten durch CO2-Zertifikate werden externe Kosten der fossilen Stromproduktion in Höhe von 6,3 Milliarden Euro vermieden. Zudem reduziert sich der fossile Brennstoffbedarf deutlich und führt im Jahr 2020 zur Einsparung fossiler Energieimporte im Wert von 22,6 Mrd. Euro, heißt es aus Berlin. Ein signifikanter Anstieg der Strompreise dürfte künftig vielmehr auf die steigenden Preise für fossile Energieträger zurückzuführen sein. „Die erneuerbaren Energien halten also de facto den Strompreis niedrig“, betonte Mayer.


EEG-Umlage sinkt bis 2020 auf 0,6 Cent/kWh


Neben der Kosten-Nutzen-Analyse prognostiziert die IfnE-Studie ein weiterhin starkes Wachstum des regenerativen Anteils am deutschen Stromangebot: „Werden die positiven Rahmenbedingungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland erhalten und weiterentwickelt, werden sich ihre Kapazitäten und die Stromproduktion bis 2020 etwa verdreifachen.“ In Summe erzeugen die erneuerbaren Energien 2020 mit einer installierte Gesamtleistung von 111 000 MW rund 278 Mrd. kWh Strom und erreichen einen Anteil von 47 Prozent am Bruttostromverbrauch.


Das deutsche Stromversorgungssystem sei mit Blick auf die fluktuierende Stromerzeugung der Erneuerbaren schon heute flexibler als allgemein bekannt, ist in der Studie nachzulesen. Den Angaben zufolge stehen derzeit Speicher- und Pumpspeicherkraftwerken sowie Laufwasserkraftwerken mit rund 10 000 MW Gesamtleistung zur Verfügung. Bis 2020 werden diese Kapazitäten voraussichtlich auf etwa 13 000 MW ansteigen. Hinzu komme ein Anwachsen der regelfähigen Bioenergie-Kapazitäten von gegenwärtig 4 000 auf dann 9 300 MW.


Die Autoren des Gutachtens gehen zudem davon aus, dass das Einspeiseverhalten der verbleibenden fossil-nuklearen Kraftwerkskapazitäten sowie der Einsatz der vorhandenen Speicherwasserkraftwerke zunehmend vom Stromangebot der Erneuerbaren bestimmt wird. Die Auslastung aller Kondensationskraftwerke gehe künftig zurück. Unter den getroffenen Annahmen und Berücksichtigung der Veränderungen im thermischen Kraftwerkspark folge daraus eine Mindererzeugung von 37 Prozent für Braunkohle, 21 Prozent für Steinkohle und 12 Prozent für Erdgas. Die Stromerzeugung aus Kernenergie vermindere sich bis 2020 um 94 Prozent gegenüber 2007.


Ein weiteres Ergebnis der vorliegenden Studie ist, dass über die Mitte 2008 in Bau befindlichen Kraftwerksprojekte hinaus, voraussichtlich keine neuen fossilen Kraftwerke benötigt werden, um auch in elf Jahren noch eine sichere Stromversorgung in Deutschland zu gewährleisten, heißt es aus Berlin.

Autor: Michael Pecka

Tags

  • Energiekosten
  • Erneuerbare Energien
  • Stromversorgung
  • Stromangebot
  • Stromversorgungssystem








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