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Thema: CO2

Großtechnische Amoniak-Rauchgaswäsche ab 2012


In kommerzielle Größenordnungen will Alstom ab 2012 vorstoßen. Dann soll in der kanadischen Provinz Alberta zusammen mit dem dortigen Stromerzeuger Transalta eine Ammoniak-Rauchgaswäsche für eine Kohlekraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 200 MW in Betrieb gehen. Eine Vereinbarung dazu haben die Unternehmen im April unterzeichnet. Die Möglichkeiten einer CO2-Speicherung in einer Gegend westlich von Edmonton wird ab Anfang 2009 die Universität von Calgary untersuchen. Die nächste Großanlage ist in dem Kohlekraftwerk North Eastern der AEP in Oologah im US-Staat Oklahoma geplant.


Jenseits der Alstom-Entwicklungen halten sich die deutschen Stromversorger auch andere Optionen zur CO2-Rauchgaswäsche offen. Bereits seit April in Betrieb ist eine Pilotanlage im Eon-Kraftwerk Maasvlakte in den Niederlanden mit einer CO2-Abscheideleistung von 250 kg/h. Sie wurde im Rahmen des niederländischen Cato-Programms errichtet und setzt unter anderen das vom niederländischen Forschungsinstitut TNO entwickelte Lösungsmittel Coral ein.

Bis Ende 2009 will die Eon Energie in ihrem deutschen Kraftwerk Heyden zusammen mit der kanadischen Conselv Technologie eine Testanlage in Betrieb nehmen, die aus einem Rauchgasstrom von 20 000 m3/h, entsprechend einer elektrischen Leistung von 7 MW, CO2 auswaschen soll. Auf 16 000 m3/h (5,5 MWel) wird die zusammen mit der US-amerikanischen Fluor Corporation errichtete CO2-Rauchgaswäsche ausgelegt sein, die Anfang 2010 im Kraftwerk Wilhelmshaven starten soll. An unterschiedlichen Standorten der Eon und der Electrabel sowie mit verschiedenen Lösungsmitteln soll ab Mitte 2009 die Testanlage zur CO2-Rauchgaswäsche eingesetzt werden, die mit Hitachi Power Europe entwickelt wird. Für weitere Test und Demoanlagen hat Eon Kooperationen mit Mitsubishi Heavy Industries und mit Siemens vereinbart. Die Division Fossil Power Generation des Sektors Energy des Münchner Technologiekonzerns entwickelt dafür ein Verfahren, das auf dem Know-how der ehemaligen Höchst AG basiert.


RWE will zusammen mit den Kooperationspartnern BASF und Linde aminbasierte Waschverfahren für die Rauchgase von Braunkohlekraftwerken weiter entwickeln.

Eine Pilotanlage wird 2009 im Kraftwerk Niederaußem in Betrieb gehen und verschiedene Waschflüssigkeiten der BASF erproben. Danach ist dort der Bau und Betrieb einer Demonstrationsanlage mit Abscheideraten von jährlich mehr als 100 000 t CO2 geplant. In Großbritannien bemüht sich RWE um Fördermittel der Regierung, um eine 250 MWel leistungsgroße CO2-Rauchgaswäsche am Steinkohlekraftwerk Tilbury 2014 in Betrieb nehmen zu können. Das Hauptziel der Entwicklung sei es, die durch die Wäsche verursachten Wirkungsgradverluste des Kraftwerks auf höchstens 10 % zu begrenzen, kündigt RWE an.


Ein hocheffizientes CO2-Waschverfahren, das Kalklösung einsetzt, entwickelt die Energie Baden-Württemberg (ENBW) in Kooperation mit der Universität Stuttgart. Dazu soll bis Ende 2008 am Institut für Verfahrenstechnik und Dampfkesselwesen eine Versuchsanlage mit 200 kW thermischer Leistung errichtet werden.

Autor: Jan Mühlstein (Teil 2)

 

  • CO2 Waschverfahren
  • Ammoniak Rauchgaswäsche
  • Waschverfahren für Rauchgase








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