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Thema: BHKW

Inlandsmarkt für BHKW bricht ein

 Das kräftige Wachstums im Export hat 2007 den Absatz von Motoren-Blockheizkraftwerken gestützt. Der deutsche BHKW-Markt entwickelte sich schwach, vor allem bei Biobrennstoffen. Dies stellen Ralph O. Harthan und Sabine Gores* fest.

Zur Einschätzung des BHKW-Markts insbesondere in Bezug auf die Förderwirkung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKModG) und des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sowie der Bedeutung des Auslandsmarktes für deutsche Unternehmen führte das Öko-Institut gemeinsam mit Energie & Management und dem Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) in diesem Jahr erneut eine Befragung bei den in Deutschland tätigen Herstellern durch. An der Umfrage haben sich diesmal 25 Unternehmen beteiligt, deren Ranking E&M am 15. Februar 2009 veröffentlicht hat.

Absatz von Biogas-BHKW halbiert


Die neue Auswertung zeigt, dass der gesamte BHKW-Absatz der in Deutschland tätigen Unternehmen deutlich von 1 102 MW im Jahr 2006 um 15 % auf 1 268 MW im Jahr 2007 stieg (Grafik 1). Den mit Abstand nach wie vor größten Absatz im Inland verzeichnen mit 218 MW BHKW, die über das EEG gefördert werden. Der Absatz hat sich jedoch im Vergleich zum Vorjahr (446 MW) mehr als halbiert. Der Anteil der EEG-geförderten Motoren-BHKW am gesamten Markt ist damit von 41 % im Jahr 2006 auf 17 % im Jahr 2007 eingebrochen.

Der Neubau der nach dem KWK-Gesetz geförderten BHKW stieg deutlich von 81 MW im Jahr 2006 auf 93 MW im Jahr 2007. Nach der Abnahme im Vorjahr konnte das Marktvolumen in diesem Segment in diesem Jahr um gut 15 % zunehmen, erreichte jedoch nicht das vergleichsweise hohe Niveau im Jahr 2005 (100 MW). Der Anteil der nach KWK-Gesetz geförderten Anlagen konsolidiert sich auf niedrigem Niveau (7 %), während es 2002 noch 13 % waren. Der Absatz von größeren fossil betriebenen BHKW über 2 MW blieb mit 23 MW im Jahr 2007 ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres (25 MW).

Der Export stellt mit 35 MW auch 2007 den größten Anteil des gesamten BHKW-Marktes dar. Gegenüber 2006 nahmen die Ausfuhren der in Deutschland produzierten BHKW im Vergleich zum Vorjahr um 385 MW stark zu. Mit einem Anteil von 74 % (Vorjahr 50 %) am Gesamtmarkt ist damit der Export der zentrale Treiber des BHKW-Absatzes.

Stagnierender BHKW-Markt in 2008


Für das Jahr 2008 erwarteten die Hersteller zum Zeitpunkt der im Herbst 2008 durchgeführten Umfrage eine Konsolidierung des BHKW-Absatzes. So wurde mit einer leichten Abnahme des BHKW-Marktes um 4 % auf 1 215 MW bei einem weiteren Zuwachs von 56 MW im Export gerechnet. Für EEG-geförderte BHKW wurde erneut eine deutliche Abnahme um rund ein Drittel auf 151 MW erwartet. Für die nach dem KWK-Gesetz geförderten BHKW gingen die Hersteller ebenfalls von einem deutlichen Rückgang um rund ein Drittel auf 59 MW aus. Der Absatz großer fossil betriebener BHKW (über 2 MW) ist den Schätzungen nach ebenfalls deutlich von 23 MW auf 14 MW zurückgegangen.

BHKW für den Einsatz biogener Brennstoffe hatten im Jahr 2007 mit 65 % nach wie vor den größten Anteil am inländischen Gesamtmarkt, wobei der Anteil im Vergleich zu 2006 (81 %) jedoch deutlich zurückging. Die Entwicklung des Absatzes von Pflanzenöl-BHKW ist weiterhin sehr dynamisch: Dieses Marktsegment hat sich mit einem Absatz von 22 MW gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Erstmals wurde für 2007 der Absatz von BHKW, die Festbrennstoffen nutzen, in Höhe von 6 MW gemeldet (klassische Dampfmotoren mit vorgeschalteten Biomasse-Dampfkesseln). Der Markt der BHKW für biogene Brennstoffe wurde nach wie vor von gasbetriebenen Anlagen mit 190 MW dominiert. Die neu installierte Leistung hat sich im Vergleich zum Vorjahr (435 MW) jedoch mehr als halbiert. Die Leistungsklasse von 500 kW bis 5 MW erfuhr dabei eine Abnahme um rund zwei Drittel von 304 MW auf 106 MW. Der Absatz der BHKW der Leistungsklasse von 150 bis 500 kW nahm mit 105 MW im Vergleich zum Vorjahr (128 MW) ebenfalls spürbar ab. Kleine BHKW mit einer elektrischen Leistung bis 150 kW und große BHKW mit mehr als 5 MW spielen weiterhin eine untergeordnete bzw. keine Rolle (Grafik 2).

Auch bei den fossil betriebenen BHKW dominierten 2007 die Anlagen, die gasförmige Brennstoffen einsetzen, mit 76 % eindeutig den Markt, wobei deren Marktanteil gegenüber den 2006 erreichten 89 % deutlich gesunken ist. Das liegt hauptsächlich an einem stark gestiegenen Absatz der Dieselmotoren von 9 auf 22 MW, während der Absatz von Gasmotoren mit 70 MW im Vergleich zum Vorjahr (72 MW) ungefähr gleich geblieben ist. Mit 2 591 Anlagen dominieren auch 2007 die Kleinst-BHKW mit einer elektrischen Leistung bis 50 kW den Absatz nach Stückzahl. Die Aufteilung des Marktanteils zwischen Kleinst-BHKW und BHKW bis 2 MW hat sich jedoch seit dem letzten Jahre zugunsten der größeren Motoren verschoben. Dies ist vor allem dem starken Zuwachs der größeren Motoren geschuldet (Grafik 3). Demnach kommen Kleinst-BHKW 2007 auf 23 MW, die größeren auf 70 MW.

Auch in diesem Jahr wurden die Erwartungen der Hersteller für das laufende Jahr 2009 abgefragt. Aus den Angaben der Unternehmen kann eine Zunahme des inländischen Absatzes um rund 20 % und des Exportabsatzes von 15 % abgeschätzt werden. Dabei muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass die Fragebögen zwischen Oktober und Dezember 2008 eingegangen sind. Die möglichen Auswirkungen der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise konnten deshalb nicht vollständig berücksichtigt werden.

Bis Ende 2008 über 10 Mio. t CO2-Einsparung


Für das Jahr 2007 wird eine Stromerzeugung aus fossil betriebenen BHKW, die potenziell über das KWKModG gefördert werden können, von 2,7 TWh abgeschätzt (Vorjahr: 2,1 TWh). Für die EEG-geförderten BHKW ergeben sich 8,9 TWh (Vorjahr: 7,5 TWh). Die geschätzte Auskopplung von Nutzwärme stieg im gleichen Zeitraum von 2,8 TWh auf 3,5 TWh für Erdgas- und Diesel-BHKW sowie von rund 2,7 TWh auf 3,2 TWh für EEG-geförderte Motoren.

Für die ab 2002 mit fossilen Brennstoffen betriebenen BHKW errechnet sich damit eine jährliche CO2-Ersparnis von 1,6 Mio. t (Vorjahr: 1,3 Mio. t). Der Reduktionseffekt der EEG-geförderten Motoren nimmt sich mit 7,8 Mio. t CO2 (Vorjahr: 6,6 Mio. t) jedoch deutlich größer aus (Grafik 4). Eine Abschätzung für das Jahr 2008 verstärkt diesen Trend. So werden EEG-geförderte Motoren Ende 2008 rund 8,8 Mio. t CO2 eingespart haben, BHKW im Geltungsbereich des KWKModG dagegen lediglich 1,8 Mio. t. In diesen Berechnungen sind möglicherweise erfolgte Abschaltungen von Anlagen wegen zu geringer Wirtschaftlichkeit nicht berücksichtigt.

In Bezug auf den Klimanutzen setzt sich der Trend der Vorjahre fort. Der Anteil der nach KWKModG geförderten BHKW bleibt nach wie vor gering mit fallender Tendenz.

Mit der Novellierung des KWKG und des EEG in den Jahren 2007 bzw. 2008 wurde auch die Förderung von BHKW fortgeschrieben. Die meisten Unternehmen erwarten eine positive Auswirkung dieser Novellierungen, ein kleinerer Teil auch einen (zum Teil stark) negativen Einfluss. Inwiefern sich diese Einschätzung tatsächlich in den Absatzzahlen von BHKW niederschlagen wird, bleibt damit abzuwarten.

*Autoren: Ralph O. Harthan (r.harthan@oeko.de) und Sabine Gores (s.gores@oeko.de), Öko-Institut, Berlin

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  • BHKW Markt
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